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12.11.2017

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«We Makt It Better»


«Der Hickhack um die Sammelaktion für die No-Billag-Initiative geht in die nächste Runde!»

Wirklich? Dieser erste Satz stammt von einem gestrigen BLICK-Artikel als kleines ‹Aufreisserl› über den Sammelabbruch von «wemakeit». Ein angebliches Hickhack, wie BLICK schreibt, gab es jedoch nie. Die aus links-alternativen Netzwerken gegründete Sammelplattform «wemakeit» hatte den Initianten von «No Billag» einseitig und ohne Vorankündigung am letzten Wochenende den Stecker gezogen.

Dies ist deshalb umso erstaunlicher, weil die Volksinitiative nicht nur von der Eidgenössischen Staatskanzlei staatsrechtlich auf Herz und Nieren auf ihre Unbedenklichkeit geprüft wurde, sondern die Sammelkampagne durch «wemakeit» vorgängig geprüft und abgesegnet wurde.

Der Autor des erwähnten BLICK-Beitrages hatte übrigens seinen Artikel über den Programmierer Sandro Wächter (23), den sogenannten «Überläufer», ohne eine einzige Kontaktaufnahme des Betroffenen geschrieben. Weshalb die Zeitung den Entwickler ins Rampenlicht stellte, ist offenbar seinem Wechsel zur SVP geschuldet. Der BLICK-Aufmacher des sogenannten «Überläufers» ist ebenfalls im Kontext falsch, was man erst herausfindet, wenn man etwas recherchiert. Die ehemalige Partei des Entwicklers gehört nämlich zu einem Teil zu den Initianten von «No Billag», während die SVP erst vor kurzem auf den Zug aufgesprungen ist. Wenn die Interessen des eigenen Medienhauses (eine mit der SRG gemeinsame Vermarktungsplattform) mit einer Volksinitiative kollidieren, kann man offensichtlich die publizistischen Grundsätze auch mal über Bord werfen.

‹XJ› hat sich mit dem 23-jährigen Entwickler der neuen Croudfunding-Plattform für «No Billag» unterhalten und ein paar Fragen gestellt, was bei den meisten Clickbait-Journalisten an der Doufourstrasse offenbar aus der Mode gekommen ist.

Zunächst einmal meinen Glückwunsch an Ihrer geglückte Umsetzung, eine alternative Spendenplattform in Rekordzeit umzusetzen! Nachfolgend ein paar Hintergrundfragen zu Ihnen und dem Projekt.

Von wem stammt die Idee, eine eigene Crowdfunding-Plattform (in Rekordzeit) aufzustellen?

Als ich gelesen habe, dass das Crowdfunding eingestellt wurde und nun nach etwas neuem gesucht wird, habe ich vorgeschlagen so etwas auf die Beine zu stellen. Ich bin kein Mitglied des No Billag Komitees, kenne aber viele der beteiligten und so gaben wir dem ganzen eine Chance. Natürlich unterstütze ich diese Initative 100%, dann ist es natürlich toll wenn man sich so einbringen kann. Leider wurde im Blick nicht die harte Arbeit des gesammten Teams erwähnt. Hinter der ganzen Initative stecken viele, nicht nur wenige. Es ist eine Initative von- und für Schweizer Bürger.

BLICK tituliert Sie als "Überläufer". Die Freisinnigen gelten eigentlich als treibende Kraft hinter «No Billag», dessen Spendenkampagne Sie jetzt quasi retten. Was gab für Sie den Ausschlag für den Parteiwechsel zur SVP? Gab es einen Schlüsselmoment?

Mein Wechsel hatte mehr mit der FDP zu tun. Ich kandidierte ja erfolgreich für den Gemeinderat in Schinznach Bad, nebenbei haben wir noch das Thema mit der Gemeindefusion "Schinznach Bad/Brugg". Ich bin ein gegner dieser Fusion und habe mit anderen Einwohnern ein Komitee gegründet um diese Fusion zu bekämpfen. Die FDP ist stark für diese Fusion, dies bekam ich auch im Wahlkampf zu spüren. Allgemein empfinde ich Aktionen der FDP in letzter Zeit etwas fragwürdig. Dies sieht man zum Beispiel am Abstimmungsverhalten der Aargauer FDP im Nationalrat. Besonders aufgeregt haben mich die vielen "Ja" voten zum neuen Geldspielgesetz. (Ich setze mich da im Referendumskomitee ein und sammle Unterschriften).

Die SVP hingegen, setzt sich für die auch mir wichtigen Sachen ein. Daher im September der Wechsel. Im allgemeinen ist es für libertäre immer wieder eine frage zu welcher Partei man soll. Es kommt immer auf die Themen wofür man sich einsetzt an. Es gibt ja zum glück auch noch 2 libertäre Parteien in der Schweiz (Die neu gegründete Libertas Partei 2.0 und UP!)

Für Spenden per Kreditkarte ist wieder eine Drittpartei im Spiel. Hat das No Billag-Kommitee keine Sorge, dass diese Spendengelder abermals verloren gehen könnten?

Nein, da funktioniert alles. Da sollte es keine Probleme geben.

Es wurde bereits ein eigener Name "wemakeitbetter.ch" publiziert, der zu Ihrer Crowdfunding-Plattform umleitet. Können Sie sich vorstellen, dass diese Plattform auch nach dem No Billag-Wahlsonntag bestehen bleibt und sich als Alternative zur links-alternativen "wemakeit" anbietet?

Dazu würde es ein grösseres Team brauchen. Ich habe ja meine eigene Firma (Swis - Sandro Waechter Internet Services) in die ich sehr viel Zeit investiere. Vielleicht ergibt sich mal die Chance so eine Platform fürs crowdfunding aufzuziehen. Interessant wäre es schon.

Sie sehen noch sehr jung aus.

Ich bin 23. Das ich jung aussehe sagt man mir öfters. :) ...War auch im Wahlkampf für den Gemeinderat schon so. Heisst aber noch lange nichts schlechtes. (Infos über mich gibt es sonst auch noch auf meiner Webseite www.sandrowaechter.com)

Das Video zur Croundfunding-Aktion und weitere Angaben

Links

(DM)




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