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19.12.2017

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Kann eine Story noch abwegiger werden?


Nach jüngster Kampfrhetorik der No-Billag-Gegner, bei der die Volksinitiative zur Abschaffung der Billag-Gebühren mit Massenvernichtungswaffen verglichen wird (keine Internet-Trolle, der SRG-Direktor Peter Schibli gab sich die zweifelhafte Ehre), wartete vorgestern der BLICK mit einem neuen Argument auf, welches an Absurdität kaum zu überbieten ist.

Man hat in den letzten Wochen einige Male angenommen, der Bodensatz sei erreicht. BLICK hat das Unvorstellbare geschafft: Auf ungeahnte Nebenwirkungen hinzuweisen, die mit ungeahnten Kräften an den Haaren herbeigezogen werden. BLICK suggeriert mit seinem jüngsten Argument, bei Annahme von «No Billag» würden die Privatsender automatisch in die «Illegalität» getrieben. Man bemüht die die Inititative mit dem angeblichen "Artikel 4" des Initiativtextes. Dass es eigentlich Artikel 3 ist, zeigt, wie schlampig derzeit Beiträge in den Panikräumen der Dufourstrasse geschrieben werden. Blick schreibt:

Wie Andreas Kleeb erklärt, wollte das Initiativkomitee damit nur die Vergabe der UKW-Frequenzen regeln, die Radios voraussichtlich bis 2024 zur Verfügung stehen. «Danach sind Konzessionen absolut unsinnig. Denn Radio- und Fernsehprogramme können heute über Internet, Kabelnetze, Satellit oder via digitale Rundfunkplattformen wie DAB oder DVB-T verbreitet werden, die frei zugänglich und nahezu unbegrenzt sind.» Konzessionen für alle Radio- und Fernsehveranstalter seien nie ihre Absicht gewesen, beteuert Kleeb.

Dann folgt die dramatische Einleitung "Dumm gelaufen" an die Leser, denen technische Abkürzungen wie UKW-Frequenz, DAB oder DVT-T offenbar die Wahrnehmung vernebeln sollen. Die Änderung beschränke sich nicht auf UKW. Die Sorge von Blick ist nun, dass sich bei einem No-Billag-Ja "Pedanten" ans Werk der Umsetzung machten, welche die Initiative so auslegen würden, dass es plötzlich für Sendungen im Internet einer Konzession vom Bakom bedürfe, was einem Schreckenszenario gleichkäme. Bakom befürchte angeblich einen grossen Aufwand, um im Internet nach unkonzessionierten Sendern zu googeln. Eine Quelle, die belegen würde, dass das Bakom solche abstrusen Theorien äusserte, fehlt gänzlich. Wir prüfen das nach, denn vor allem im Kontext von «No Billag» haben wir festgetellt, dass sich BLICK Geschichten zusammenschustert, ohne die Beteiligten je kontaktiert zu haben.

Anstatt ungeahnte "Nebenwirkungen" zu erfinden, sollte man an der Doufourstrasse vielleicht besser ein paar homöopathische Tropfen zu sich nehmen. Die richten keinen Schaden an. Und Nebenwirkungen haben sie auch nicht.

(DM)

Die Blick-Geschichte aus 1001 Bakom-Nacht




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