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02.03.2017
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SRG: Vom Panik- zum Angriffsmodus

Von David Meister, @davemeist

Die SRG wechselt vom Panik- in den Angriffsmodus. Die Dauerpredigt der Unverzichtbarkeit aus dem Leutschenbacher «Pentagon» zeigte bislang keine Wirkung. Nun blasen die Fernsehgeneräle des selbst ernannten «Service Public» zum Angriff gegen die Aufständischen von «No Billag».


Das Achselzucken und das Wir-sind-doch-wichtig-Mantra der SRG will bei der «Generation Smart» partout nicht ankommen. Nach dem fleissigen Servieren von Service-Public-Kalauern schaltet die eingeschworene Mannschaft des Fernsehgenerals De Weck nun einen Gang höher, um die Gegner der Mediensteuer in ihre Bezahlschranken zurückzuweisen. Nachdem die SRG auch in den sozialen Netzwerken keinen Fuss in die Tür bringt, scheint der Trieb nach Gebühren jedes Mittel zu heiligen. So versucht man nun die eigene Propaganda mit politischen Schlägen unter der Gürtellinie unters Wahlvolk zu bringen. Dabei versuchten unter anderem Journalisten der SRF «Rundschau» getreu dem Stasi-Motto «Horch und Guck» über Freunde und Angehörige der Komitee-Mitglieder von «No Billag» an persönliche, diskreditierende Informationen zu gelangen.

Die gewählte Propaganda-Strategie der SRG ist zwar unfair, aber für «No Billag» gefährlich, da Lügen nicht nur monatelang an den Protagonisten haften bleiben, sondern vor allem eine Stellvertreter-Debatte eröffnet würde, welche die SRG dringend benötigt; die bisherigen Argumente für eine Fernseh-Steuer enstprachen nur einer verschoßenen «Chäpsli-Munition».

Die Hoffnung der SRG, die Bevölkerung macht den Wandel von "Schauen und Zahlen" zu "Nicht-mehr-schauen und trotzdem zahlen" einfach mit, schwindet bei den gut bezahlten Apparatschiks der öffentlich-rechtlichen Fernsehkirche. Ein Vergleich zur Religion ist durchaus angebracht, denn die angebliche Notwendigkeit eines medialen Sprachrohr des Staates, kann sich nur noch in einem totalitärem Regime oder durch tiefen Glauben legitimieren. Die Kopfsteuer für die 17 Radio- und 8 Fernsehprogramme der SRG, welche die meisten ohnehin nicht mehr schauen oder hören, ist selbst für Schweizer Verhältnisse drastisch zu hoch. Ausserdem lassen sich weit hochwertigere Angebote für Unterhaltung und Nachrichten zu wesentlichen tieferen Kosten einkaufen. Und das beste daran: Nur wer sie nutzt, zahlt.

Eine Senkung der Kosten ist nach der Umwandlung von der Gebühr zur Steuer auch nicht zu erwarten. Die Kostentwicklung der letzten 15 Jahre spricht eine deutliche Sprache. Im Gegenteil. Der Appetit des Leutschenbacher Gebühren-Ungeheuers ist immens. Dabei gilt stets das Credo, mehr Milliarden Einnahmen erzeugen mindestens gleich grosse Ausgaben. Deshalb wollte sich die SRG auch bis dato nie auf eine Milliarden-Deckelung einlassen.

Wie das Gefecht zwischen der letzten großen Abzock-Anstalt ausgehen wird, ist offen. Das letzte Gefecht der SRG dürfte es aber ohnehin nicht werden, wie uns die Märchenerzähler der SRG weismachen wollen. Selbst wenn sich die Einnahmen auf rund 800 Millionen Franken halbieren würden, wäre die Marktdominanz gegenüber den privaten Medienhäusern immer noch beträchtlich.

Also, liebe SRG, schaut doch positiv auf eine mögliche Entschlackungskur. Man kann nämlich auch mit Würde abspecken.

Euer Noch-Gebührenzahler Dave

Der Beitrag repräsentiert die Standpunkte des Autors und nicht zwingend die Sicht der Redaktion.