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27.09.2016
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Hillary Clinton gegen Donald Trump: Clinton unter Druck im ersten TV-Duell

Von David Meister, @davemeist

Mit der höchsten Einschaltquote für politische Formate von zirka 100 Millionen Zuschauern, lieferten sich in der letzten Nacht europäischer Zeit, Hillary Clinton und Donald Trump ihr erstes 90-minütiges TV-Duell. Im Vorfeld wurde mit einem klaren Debatten-Sieg für die demokratische Kandidatin Clinton gerechnet. 60 Prozent der Amerikaner erwarteten gemäss Umfrage, dass Hillary Clinton als Siegerin aus der Debatte hervorgehen würde.


Clintons Sieg im ersten TV-Duell wurde auch deshalb erwartet, weil sie im Vergleich zu ihrem Kontrahenten in den aussenpolitischen Dossiers als sattelfest gilt und auserdem schon an mehreren TV-Duellen teilgenommen hat, in denen sie nota bene eine gute Figur gemacht hatte.

Der gestrige Verlauf war dann aber eine Überraschung. Der sonst austeilende und polemisierende Trump konnte sich nicht nur erstaunlich zurückhalten, sondern punktete auch in wirtschaftlichen und aussenpolitischen Fragen. Trump gelang es, seine Standpunkte beim Wirtschaftshaushalt und den Krisenursachen glaubhaft zu vermitteln. Er warb unter anderem für Steuersenkungen von 35 auf 15 Prozent, Investitionen in Infrastruktur und eine Stärkung des US Binnenmarktes. Weiter brachte Trump mit dem Freihandelsabkommen NAFTA und dem Irakkrieg Clinton unter Druck, wo sie als Aussenministerin massgeblich mitverantwortlich war.

Clintons Taktik wirkte generell gut einstudiert. Vielleicht zu gut, denn ihre Repliken und Angriffe auf Trump wirkten oft wie ein einstudierter Vortrag denn wie ein authentischer Auftritt.

Hillary Clintons nahestender TV-Sender CNN veröffentlichte nach der Debatte einen klaren Sieg für Clinton mit 62 Prozent. TV-Stationen, die Clinton finanziell nicht unterstützen, sahen dies erwartungsgemäss umgekehrt. Unvoreingenommen müsste man mit Wohlwollen zu einem unentschieden gelangen, das bei den aktuellen Umfragewerten für Clinton mit nur zwei Prozent Vorsprung sehr gefährlich ist.

Fazit: Hillary Clinton muss für einen Wahlsieg über ihren Schatten springen und den Wählern mit Authentizität statt einstudierten Parolen Vertrauen schaffen. Viel Zeit bleibt ihr dazu nicht.

Dave



Weiterführende Quellen:
FOCUS
Deutschlandfunk
RT Deutsch


Der Beitrag repräsentiert die Standpunkte des Autors und nicht zwingend die Sicht der Redaktion.